Wege über das Basaltmassiv - Wandern im Vogelsberg

Der Vogelsberg ist kein einzelner Berg, sondern ein Vulkangebiet, das sich nicht eben in ein paar Stunden umrunden lässt. Erosion und Wasser formten das Mittelgebirge, auf dem sich die Natur so herrlich breit machen konnte. Der waldreiche Hohe Vogelsberg mit Gipfeln über 700 Meter ist umgeben von einer parkartigen Landschaft mit Hecken, Lesesteinwällen, Weiden und Seen, so dass auf den Wanderwegen immer wieder Weitsichten und Ausblicke begeistern. Quellenreich ist der Hohe Vogelsberg: er entsendet in kaum vorstellbarer Dichte zwei, drei Dutzend Bäche in alle Himmelsrichtungen, die als Gebirgsbäche rauschen oder sich durch das Weiden- und Wiesenland schlängeln. Es ist ein kleines, aber feines Wanderuniversum, kleinräumig, offen und vielfältig an Landschaftsformen und Pflanzenarten. Drüber weg, drum herum, auf ihm entlang ein Wanderwegenetz, das alle Spielarten zulässt. Vulkansteig, Bonifatiusroute oder Sternenweg – ein Dutzend dieser Routen verbinden den Kern des Naturparks Hoher Vogelsberg mit dem flacheren Umland, enden in Fulda, Marburg, Mainz, Alsfeld oder anderen attraktiven Städtchen.

Vulkanring Vogelsberg

Der Vulkanring Vogelsberg, eine 116 km lange Paradetour, auf vielfach eigens angelegten Wegen, ist das Glanzstück. Sechs Tage Wanderfreude pur! Er demonstriert die Stärken des Vogelsberges besonders eindrucksvoll: Bizarre Basaltklippen und Felsformationen und eine urige Waldlandschaft im Schwarzbachtal, faszinierende Weitblicke über das flachere Umland bis hin zu Rhön, Taunus und Knüll, weite Bachtäler, verwunschene Seen und die so typische Heckenlandschaft. Am Ende jeder Etappe bieten Dörfer und Fachwerkstädtchen mit schmucken Schlössern Einkehr und Unterkunft.

Wanderwegenetz Westlicher Vogelsberg

Residenzenring, Wetterweg, Horloffweg und Pfannenweg: die Residenzstädte Laubach, Grünberg, Hungen und Lich im westlichen Vogelsberg verbindet seit 2004 ein neu konzipiertes Wegenetz, das zusammen mit den lokalen Rundwegen und guten Busverbindungen zwischen den Städten viele Laufvarianten eröffnet. Die Landschaft ist flachwellig, mit herrlichen Laubwäldern und dazwischen weitgehend landwirtschaftlich genutzten Flächen. Einzelne Erhebungen eröffnen immer wieder herrliche Blicke auf den Hohen Vogelsberg und zur Wetterau.

Pilgerwandern – die Bonifatius-Route

Seit Sommer 2004 gibt es einen neuen Pilgerweg quer durch den Vogelsberg: Über 185 km in neun Etappen folgt die Bonifatius-Route der Strecke des Trauerzugs, der im Jahr 754 den Leichnam des heiligen Bonifatius von Mainz nach Fulda gebracht haben soll. Dort erhebt sich heute über der Grablege der barocke Dom. Nach dem Vorbild klassischer Pilgerwege lassen sich auf der Route Unterwegssein und Innehalten, Wandern und Naturerlebnis mit den Zeugnissen einer in Jahrhunderten gewachsenen Kulturlandschaft verbinden. Die Bonifatius-Route führt ab Mainz aus dem Ballungsraum Rhein-Main heraus, vorbei an der Mainmündung, durch die sonnigen Weinberge des Rheingaus und schließlich hinauf in den Vogelsberg und ins Fuldaer Land. Informationstafeln am Weg verweisen auf besonders interessante Stellen und Sehenswürdigkeiten an der Strecke.

Auf neuen Pfaden: Erlebnisreiche Rundwanderwege für einen Tag

WeitblickTour, BachTour, GipfelTour, FelsenTour oder NaturTour, schon die Namen sind ein Versprechen an den Wanderer. Insgesamt neun Wege wurden seit Sommer 2007 markiert und die sind garantiert nicht langweilig. Auf abwechslungsreichen Wegen, mit Rastmöglichkeiten und einer hervorragenden Beschilderung führen Sie durch die schönsten Ecken der Region. Die Touren sind zwischen 12 und 19 km lang - Verlängerungen sind problemlos möglich. Alle Touren haben das Zertifikat einer „ExtraTour“ mit einer hervorragenden Bewertung. Und wer nur Zeit für einen Nachmittagsausflug hat, der findet mit dem 8 km langen Höhenrundweg im Oberwald die ideale Tour, durch besonders geschützte Gebiete, vorbei an Niddaquelle, Forellenteichen, Blocksteinfeldern, Hochmoor und dem wilden Geiselstein. Ausblicke bieten der Bismarckturm und der Hoherodskopf, wo Gaststätten zum Abschluss einladen. Alle Infos unter www.extratouren-vogelsberg.de


Serviceinformationen:

Adressen:
Wanderverein:
Vogelsberger Höhen-Club e.V. (VHC)
Jürgen Klein
Beundestraße 26
63667 Nidda
Tel. (0 60 43) 35 32
Fax (0 60 43) 80 25 36
v-h-c(at)web.de
www.vogelsberger-hoehen-club.de

Wandern mit Naturparkführern
Naturschutz Informationszentrum Hoherodskopf
63679 Schotten
Tel. (0 60 44) 96 69 33 -0
Fax (0 60 44) 96 69 33 -33
hoherodskopf(at)tourist-schotten.de
www.naturpark-hoher-vogelsberg.de


Wanderwegenetz

  • Markierte und ehrenamtlich gepflegte Wege des VHC: über 3.000 km langes überörtliches Wegenetz

  • Weitwanderweg als Rundwege: Vulkanring Vogelsberg 125 km, Residenzenring 70 km

  • Pilgerwanderweg: Bonifatiusroute: 185 km

  • ExtraTouren/Rundwanderwege im Erlebnisformat: ExtraTour Büdingen (17 km), Felsentour ab Herbstein (19 km), Bachtour ab Lauterbach (16 km), Naturtour ab Nidda-Eichelsdorf (14,5 km/21 km verlängert), Gipfeltour ab Schotten-Hoherodskopf (14 km/20 km verlängert), Höhenrundweg ab Schotten-Hoherodskopf (8km), Weitblicktour ab Ulrichstein (12 km/17 km verlängert).

Erlebnis-Wanderweg auf Europas größtem erloschenem Vulkan

Ein Weiterwanderweg, als Ring im Naturpark Hoher Vogelsberg angelegt und nach den Kriterien des Deutschen Wandersiegels konzipiert, das ist der 125 km lange Vulkanring Vogelsberg. Er führt den Besucher zu den schönsten Plätzen, herrlichen Aussichten, verträumten Bachtälern und bizarren Basaltformationen. Projektträger ist der Zweckverband Naturpark Hoher Vogelsberg, der auch für die kontinuierliche Pflege und durchgängige Beschilderung verantwortlich zeichnet. Der Naturpark ist der älteste seiner Art in Deutschland und feierte 2006 seinen 50. Geburtstag. Der Naturraum Vogelsberg definiert sich am flächenmäßig größten Basaltmassiv auf dem europäischen Festland.

Nicht eben arm an Landschaften vulkanischen Ursprungs, hat Hessen in seiner Mitte mit dem Vogelsberg die Superlative zu bieten. Die Zeugnisse seiner vor Jahrmillionen eingestellten Tätigkeit prägen noch die Landschaft – besonders eindrucksvoll, wo sich wild und urtümlich wirkende Blocksteinfelder ausbreiten oder Basaltklippen emporragen. Mit dem Vulkanring Vogelsberg ist es dem Naturpark gelungen diese einzigartige Landschaft für den modernen Wandergast zu erschließen.

Der Megatrend Wandern ist seit langem erkannt und bringt den Mittelgebirgsregionen neue Gästeschichten jenseits der in Vereinen organisierten Gruppenwanderer. Mit den Gästen haben sich auch die Ansprüche gewandelt, wie die seit 2003 jährlich durchgeführte Profilstudie der Forschungsgruppe Wandern an der Universität Marburg darlegt. Breite Forstwege durch endlose Waldpassagen sind out. Aussichten, Wiesensäume, Gewässernähe und abwechslungsreiche Landschaftsformen sind in.

Der Vulkanring Vogelsberg trägt dem Rechnung und ist in Wegeformat und Verlauf für den neuen Wandergast komponiert. Er führt zu den Flanken des riesigen Vulkangebiets mit seinen ganz unterschiedlichen Landschaftsbildern. Während nach Osten die oft offene Landschaft in eher sanften Wellen abfällt und fast den Eindruck einer Hochfläche vermittelt, ist der steile Westen waldreicher und von tiefen Tälern zerfurcht. Nicht minder reizvoll sind die Städtchen und Dörfer in dieser dünn besiedelten ländlichen Region. Fachwerkarchitektur und Schindeln, die dem manchmal rauen Winter trotzen, geben den Orten den Charakter von Bergdörfern.

„Als einer der kleinsten Naturparke in Deutschland haben wir uns viel vorgenommen“, sagt Rolf Frischmuth, Geschäftsführer des Naturparks Hoher Vogelsberg. Bereits in 2007 wurden weitere neue Erlebnisrouten im Tagesformat konzipiert, dei den Vulkanring ergänzen. Auch im westlichen Vogelsberg ist mit dem 70 km langen Residenzenring und thematischen Routen bereits ein vorbildliches Wanderwegenetz entstanden. Alle Routen sind mit gut beschilderten Einstiegsplätzen, so genannten Wanderportalen, ausgestattet. Hier findet der Besucher auf Übersichtskarten Orientierung. Das Leitsystem aus Wegweisern mit Entfernungsangaben, Hinweisen auf Gastronomie und öffentliche Verkehrsmittel bringt jeden Wanderer sicher zum Ziel.

2005 erschienen und mit der aktuellen Wegeführung des Vulkanring Vogelsberg versehen, ist die Freizeit und Wanderkarte Vogelsberg und Wetterau des Hess. Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation: TF 50-VB, 1:50.000, 9,50 €. Ein Begleitheft beschreibt das komplette Wanderwegenetz der Region, Landschaft und Städte. Seit Anfang 2010 ist eine neue Karte im Maßstab 1:25.000 für den Hohen Vogelsberg verfügbar, die totz der Größe im Maßstab den Vulkanring fast komplett abbildet und fünf der sieben ExtraTouren in der Region darstellt. Die Karten sind im Buchhandel erhältlich.

Weitere Informationen und Tourenvorschläge unter