Rund um die Flanken des Vulkans

Der Vulkanring verläuft weitestgehend im Grenzgebiet zwischen dem waldreichen Hohen Vogelsberg, dem so genannten Oberwald, und den sich anschließenden, eher landwirtschaftlich genutzten Niederungen der übrigen Vogelsbergregion.
Daraus ergibt sich ein für den Vulkanring idealtypischer Wegeverlauf:
Am Waldrand, auf halber Höhe, mit Blick auf ein Bächlein im Tal und einer herrlichen Fernsicht.
Der häufige Wechsel von Wald- und Flurszenen eröffnet immer wieder neue Perspektiven; die typischen Heckenlandschaften, sowie kleine Seen, heimelige Dörfer und interessante Städtchen gestalten den Wegeverlauf abwechslungsreich.
Wanderweg mit den besten Aussichten
Von weitem mutet der Vogelsberg als flacher Kegel an, der nur allmählich ansteigt und geringe Steigungen erwarten lässt. Doch wer den Vulkanring erwandert, lernt ihn von einer neuen Seite kennen: Der Vulkan-Kegel ist untergliedert in einzelne Bergrücken, zwischen denen zahllose Bächlein und kleine Flüsse ins Tal streben. Diesen ein kleines Stück auf ihrem ursprünglichen Lauf zu folgen und sie dann zu queren – manchmal nur durch eine Furt, von Stein zu Stein balancierend - ist reizvoll und lässt das Herz höher schlagen.
Aussicht gibt es reichlich. Das erkennt man schon am Höhenprofil: das durchschnittliche Höhenniveau des Weges liegt zwischen 400 und 500m. So zählen zu den landschaftlichen Höhepunkten nicht nur die Bergkuppen, die weite Blicke bis in die umliegenden Mittelgebirge ermöglichen, sondern auch zahlreiche Wegstrecken mit Panoramablick.
Wandern auf den Spuren des Vulkans

Der Weg folgt auch den Spuren des längst erloschenen Vulkans: Bizarre Basaltklippen und große Basaltmassive türmen sich vor allem im östlichen Vogelsberg am Wegesrand. Manche Waldgebiete hier sind durchsetzt mit Basaltbrocken von der Größe eines Kopfes bis zur Kleinwagengröße.
Abgetragen und abgeschliffen von der letzten Eiszeit, überwachsen von Moosen und Buschwerk, bilden diese Steinbrocken die Kulisse für urige Wald-landschaften und den Hintergrund für Märchen und Sagen. Einen Blick ins erstarrte Herz des Vulkans lässt sich an einigen der stillgelegten Basaltsteinbrüche am Wegesrand erhaschen.
Rasten am Wegesrand
Und nicht zuletzt führt der Vulkanring an kleine Dörfer und Fachwerk-Städtchen heran, in denen der Wandergast freundliche Gaststätten und Unterkünfte findet - zur Stärkung und Erholung vor der nächsten Wegetappe.
mehr zum Vulkanring Vogelsberg finden Sie hier: www.vulkanring-vogelsberg.de
Ring of Fire
Der Vulkanring Vogelsberg
(Abdruck aus dem Wander-Extra Vogelsberg, des Wandermagazins 4/2005)
Da ist sie wieder, diese geballte Spannung. Erst führt der Vulkanring im Zickzack talwärts. Schon blitzt zwischen dem Waldrand das satte, sonnenüberflutete Wiesengrün auf. Zwei, drei dickbäuchige Buchen noch, dann ist der Blick frei. Ein Raumerlebnis besonderer Art. Die tiefe Wiesenwanne eines mäßig steilen Tales. Dann gegenüber, allmählich ansteigend, ein Saum aus Streuobstwiesen und Feldgehölzen. Höher und höher wächst der Talschluß in den blauen Himmel. Obenauf, keck wie ein Schwalbennest, eine Häuserzeile, durchbrochen vom spitzen Zipfelturm der Stornfelser Kirche.
Gesicherte Erlebnisqualität • Daß man Wanderwege „erfinden“ kann, ist nicht neu. Daß man dabei Verlauf, Wegeformat und -dramaturgie auch komponieren kann, beweist der Vogelsberger Vulkanring. Als 125 km langer Rundwanderweg verknüpft er die natürlichen und kulturellen Höhepunkte rund um den Kamm des Hohen Vogelsberges. Starten kann man in Ulrichstein, Laubach, Rainrod, Gedern, Grebenhain oder Herbstein. Sechs Tage Genußwandern, die man verteilt über drei Wochenenden nach Wahl oder als einwöchiges Wanderabenteuer en bloc laufen kann.
Tagestouren,die auf den Vulkanring führen, ihn eine Weile begleiten, um an den Ausgangspunkt zurück zu führen, sind überall möglich. Und der neuen Paraderoute des Vogelsberges zu folgen, ist wahrlich ein lohnendes Unterfangen. Unerhört dramatisch ist der Durchstieg durch die Felsentumulte zwischen Grebenhain und Lanzenhain oder zwischen Herbstein und Totenköppel bei Meiches.
Die Faszination der Stille erlebt, wer über das Völzberger Köpfchen zu Niedermooser-, Obermooser- und Rothenbachteich wandert. Wie hingemalt liegen die Bergstädtchen Herbstein und Ulrichstein. Laubachs Altstadt ist ein Ensemble aus Schloß, Park, Marktplatz, Gassen und Fachwerk. Als Start- und Zielort empfiehlt sich das oberhessische Fachwerkidyll, wenn man mit dem Zug an- und abreisen möchte. Ab Gießen sind die Busverbindungen auch an Wochenenden akzeptabel.
Feuer und Wasser, Himmel und Erde • Basalt ist überall. Entlang des Weges, an den Schleuningsteinen über Kölzenhain, an der berühmten Felsengalerie der Uhuklippen oberhalb von Hochwaldhausen und auf den Gipfeln wie dem kegelförmigen Völzberger Köpfchen. Der Bergkamm des Hohen Vogelsberges ist aus purem Basalt. Die Lesesteinwälle, ein Sammelsurium aus Basaltsteinen. Die Herrenhäuser, viele Mühlen, Türme und Mauern sind aus Basalt errichtet. Man kann sich nur schwer vorstellen, daß hier vor Jahrmillionen Europas größter Schichtvulkan im Verborgenen wuchs und waberte. Ein zentraler Schlot kam nie zum Ausbruch.
Die Begegnung mit Wasser macht den Vulkanring doppelt reizvoll. Ob als still plätscherndes Rinnsal, als rauschender Fluß, schäumender Bergbach oder spiegelglatter, stiller See mit scheuen, gefiederten Bewohnern – Feuer und Wasser sind allgegenwärtig. Und eine zweite Metapher trifft auf den Hohen Vogelsberg und den Vulkanring Vogelsberg zu: Himmel und Erde.
Mit der Leichtigkeit eines Pinselstriches gliedert sich das Umland, entlang der Grenze zwischen Waldgürtel und Feldsäumen, sanft und rund in die Tiefe. Es ist dieses förmlich greifbare Raumerlebnis, welches Himmel und Erde scheinbar verschmelzen läßt.
Wer das besondere Wandererlebnis sucht, wer das kleine Abenteuer schätzt, das unweigerlich mit dem Auszug in das Unbekannte beginnt, der ist hier bestimmt richtig. Der Ring hat Feuer!










