Die Nutzung der Vogelsberggesteine – früher und heute:

Basaltsteinbruch in Nidda, Oberwiddersheim

Der Vogelsbergbasalt wird seit Jahrhunderten als beliebtes und vielseitig verwendbares Baumaterial eingesetzt: Keller und Fundamente, Häuser, Kirchen, Türme und Brücken, Feldwege, Straßen und Plätze wurden aus diesem Material gebaut. Hochwertiger Basalt wird als Bahnschotter heute noch verwendet, auch beim Straßenbau kommt er nach wie vor auf vielfältige Weise zum Einsatz.

Gebaut für die Ewigkeit: Basaltsockel aus kurzen Basaltsäulen

Unzählige kleine Steinbrüche, die meisten davon heute längst verlassen, verschüttet oder überwuchert, zeugen von der früheren Nutzung des Rohstoffes. Das Gestein fand nicht nur in der unmittelbaren Umgebung seine Abnehmer, sondern wurde auch in entferntere Gegenden geliefert: So bestehen große Teile des Kölner Doms z.B. aus Londorfer Basalt. Säulenbasalte wurden an der Nordsee zur Befestigung von Ufern  und Deichen benutzt, auch im Vogelsberg bestehen viele Uferbefestigungen aus Basalt. Das Gestein wird heute noch in vielen großen Steinbrüchen an der Peripherie des Vogelsberges abgebaut.

Auch am schwarzen Fluß, Grebenhain wurde früher Eisenerz gewonnen

Auch die im Tertiär tiefgründig verwitterten Basaltprodukte, wie Bauxite oder Basalteisensteine, die man auch als Erzlagerstätten bezeichnen kann,  wurden – meist in Tagebauen – abgebaut. Die „Eiserne Hose“ bei Lich war ein solcher Betrieb. Selbst in eher randlich des Vogelsbergs gelegenen Bereichen, wie z.B. in Linden bei Gießen, wurden basaltische Verwitterungsprodukte noch bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts im Tagebau der Grube Fernie industriell gefördert. Bergwerke, in denen tertiäre Erzlagerstätten  abgebaut werden, gibt es heute nicht mehr. Die meisten wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts - meist aus wirtschaftlichen Gründen oder weil die Rohstoffe komplett abgebaut waren - stillgelegt.