Geologische Kernbohrung

Präsentation in der Festhalle Schotten

Die Experten des Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) haben im Juli und August 2007 in der Nähe des Rehbergs eine Kernbohrung durchgeführt.

Die Ergebnisse dieser Forschungsbohrung wurden am 10. Dezember 2007 unter den Augen des Hessichen Ministers Dietzel, in Schotten vorgestellt. Lesen Sie dazu mehr...

Zum Hintergrund:

Die Bohrung setzt in einer im Vogelsberg bisher unbekannten vulkanischen
Gesteinsabfolge an. „Diese sog. trachytischen Tuffablagerungen sind das
Produkt hochexplosiver Vulkanausbrüche, die verheerende Glutlawinen
(Block- und Aschenströme) zur Folge hatten“, sagte Dr. Dieter Nesbor, Experte für Vulkane beim HLUG.
Vergleichbare Vorgänge haben in historischer Zeit bis hin zur Gegenwart
weltweit immer wieder stattgefunden, so z. B. auf verschiedenen
Karibikinseln oder in Japan.

Vor dem damaligen Ausbruch stieg aus einer Magmakammer unter dem
Vogelsberg eine über 700 Grad heiße Gesteinsschmelze an die Erdoberfläche auf. Dieses Trachyt-Magma war wegen seines hohen Kieselsäuregehalts extrem zähflüssig und bildete im Vulkankrater einen Lavadom, eine sog. Staukuppe.

Durch nachströmende Gesteinsschmelze füllte diese den Krater langsam auf und schob sich über den Kraterrand hinaus, bis die überhängenden Teile abbrachen. Glutlawinen aus heißer Asche und bis zu mehrere Kubikmeter großen glühenden Gesteinsblöcken flossen mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h die Hänge des Vulkans hinunter. Bevorzugt folgten sie dem Verlauf von Tälern und füllten diese auf – wie hier südöstlich des heutigen Hoherodskopfs.

Unter dem damaligen subtropischen Klima verwitterten die Aschenanteile
der Tuffablagerungen zu hellgrauem Ton. Wegen seiner Undurchlässigkeit
fungiert dieser als Wasserstauer und ist daher für die Beurteilung der
hydrogeologischen Verhältnisse in diesem Raum von besonderem Interesse – zumal das Grundwasser des Vogelsbergs einen wichtigen Beitrag sowohl zur regionalen als auch zur überregionalen Wasserversorgung leistet.