Was unterscheidet den Eifelvulkanismus von dem des Vogelsberges?

Der wichtigste Unterschied zwischen Eifel- und Vogelsbergvulkanismus ist die zeitliche Dimension: Der jüngste Vogelsbergausbruch datiert vor mehr als zehn Mio. Jahren, der jüngste Eifelvulkanausbruch fand vor gerade einmal 11.000 Jahren statt! So kommt es, dass in der Eifel – wie in den vorangegangenen Abschnitten beschrieben – vulkanische Erscheinungsformen, wie Krater, etliche Meter dicke Bims- und Tuffablagerungen oder  die optisch oft bestechend schönen kreisrunden, mit Wasser gefüllten Maare, landschaftsprägend sind, während man im Vogelsberg schon ein bisschen nach den Spuren seiner feurigen Vergangenheit suchen muss. Zehn Millionen Jahre sind nun einmal eine lange Zeit, in der die Vogelsbergvulkanite gründlich der Abtragung unterlagen!

Im Gegensatz zum Vogelsberg gibt es in der Eifel keine flächendeckenden dünnflüssigen Basaltströme, vielmehr war hier überwiegend ein Vulkanismus der explosiven Art aktiv und förderte pyroklastische Auswurfprodukte, wie Aschen und Bims, die sich zu Tuffen und Bimssteinen verfestigten.
Vogelsberg- und Eifelvulkanismus haben aber auch Gemeinsamkeiten: Beide sind sogenannte „Intraplattenvulkanfelder“, d.h. sie entstanden innerhalb der Kontinentalplatte, die Eifel im Zuge der Hebung des Rheinischen Schiefergebirges im Zusammenhang mit einem wahrscheinlich im Untergrund vorhandenen „Hot Spot“. Das ist eine Magmasäule im Erdinneren, die ursächlich für den Eifelvulkanismus sein soll, so nehmen es die meisten Wissenschaftler heute an.
Der Vogelsberg entstand im Zusammenhang mit der Auffaltung der Alpen, wie im Kapitel über seine Entstehung bereits ausführlich beschrieben wurde: Die Druckwelle von Süden setzte sich nach Norden fort und bewirkte eine Zerstückelung der Mittelgebirgslandschaften und den Einbruch von Grabensystemen.
Während seiner älteren Förderphase glich der Mechanismus seiner Vulkantätigkeit dem des Laacher-See-Ausbruchs sehr, wie bereits im Abschnitt über die Forschungsbohrung am Rehberg und im Abschnitt zum Vergleich mit anderen Vulkanausbrüchen  geschildert wurde.
Beide Landschaften präsentieren sich heute als typische deutsche Mittelgebirge mit eher sanften Oberflächenformen.