Gibt es in Deutschland noch aktive Vulkane?

Vulkanischen Ursprungs: Die Kuppenrhön

Grundsätzlich ist diese Frage schwierig zu beantworten, denn es ist letztendlich eine Definitionssache: Wann ist ein Vulkan aktiv, schlafend oder erloschen? Die Wissenschaftler geben für diese Begriffe keine präzise oder allgemein gültige Definition.
In Deutschland werden die Eifelvulkane, deren letzte Ausbrüche gerade einmal etwas mehr als 10.000 Jahre zurück liegen, von den Forschern als aktiv bezeichnet – noch vor etwa 30 Jahren galten sie laut damals herrschender Lehrmeinung allerdings als erloschen. Als typischen Hinweis für das Erloschensein hatten die Wissenschaftler damals  z.B. die CO2-Austritte am Laacher See angeführt. Heute betrachtet man das Vorhandensein dieser Gase - genau umgekehrt -  eher als Hinweis für eine bevorstehende Eruption! Allein dieses Beispiel zeigt, wie kompliziert die Sachlage ist.

Ehemaliger Eifelkrater: Lacher See


Die Eifelvulkane gelten heute also als aktiv, „schließlich zeigen fehlende Hinweise auf bevorstehende Eruptionen nicht zwangsläufig das Ende des Vulkanismus in der Eifel an“, schreibt Prof. Dr. Hans-Ulrich Schmincke in seinem 2000 veröffentlichten Standardwerk „Vulkanismus“. Sie ließen, so der Autor, lediglich den Schluss zu, dass in der unmittelbar bevorstehenden Zukunft (in den nächsten Jahren) vermutlich kein Vulkan in der Eifel eruptieren wird: Schmincke schließt jedoch ein solches Szenario grundsätzlich nicht aus, er sagt sogar: „Man kann das Laacher-See-Gebiet natürlich nicht mit hochaktiven Vulkanen wie Kilauea, Ätna oder Merapi auf eine Stufe stellen. Andererseits ergibt sich aber bei Abwägung der Altersverteilung und der Länge der verschiedenen vulkanischen Aktivitätsperioden zwingend, dass zukünftige Eruptionen in den jungen Vulkangebieten der Eifel äußerst wahrscheinlich sind.“

Die Tatsache, dass ein Vulkanausbruch in der Eifel derzeit nicht völlig ausgeschlossen werden kann, war auch einer der Gründe für die Abschaltung des in der Nähe des Laacher Sees am Rhein erbauten Kernkraftwerk Mühlheim-Kärlich, das nach nur 13-monatiger Laufzeit 1988 wieder vom Netz genommen wurde.